Nachleben. Ein Vortrag von Cana Bilir-Meier
| Ort: | Klasse Kunst und Ökologien | ARTmax |
| Zeiten: | Sa: 14 Uhr |
| Studiengang: | Kunstpädagogik |
| Betreut von: | Prof. Havin Al-Sîndy |
| Art der Veranstaltung: | Vortrag/Diskussion |
ERINNERUNG AN DIE GESCHICHTE DER PONTOSGRIECHEN
„Rassismus ist kein Kapitel, das abgeschlossen ist. Er zieht sich durch die Jahrzehnte. Verantwortung kann angenommen oder verdrängt werden. Ich wünsche mir, dass die Zivilgesellschaft sensibilisierter ist und mehr zuhört.“ (Mandy Boulgarides)
Theodoros Boulgarides entstammte einer pontosgriechischen Familie. Die Geschichte der Pontosgriech*innen war in den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts von massiven Gewalterfahrungen geprägt. Zwischen 1914 und 1923 ging zunächst die ultranationalistische jungtürkische Bewegung, später das kemalistische Regime gegen die an der östlichen Schwarzmeerküste ansässigen christlich-orthodoxen pontosgriechischen Gemeinden vor. Wieviele Menschen im Zusammenhang mit Vertreibungen, Deportationen und Massakern, die Teil des Genozids an den Pontosgriechinnen waren, ums Leben kamen, ist unbekannt. Schätzungen gehen von 100.000 bis 360.000 Opfern aus.
Der größte Teil der überlebenden Pontosgriechinnen wurde 1923 im Zuge eines Bevölkerungsaustauschs zwischen Griechenland und der Türkei in nordgriechische Regionen umgesiedelt. Mit dem 1960 geschlossenen Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik und Griechenland kamen tausende Menschen als Arbeitsmigrantinnen nach Deutschland, darunter zahlreiche Pontosgriech*innen, wie etwa die Familie Boulgarides. Die größte pontosgriechische Community entstand in München.
Auf dem Schild ist der pontische Adler abgebildet, der in Verbindung mit der Silhouette von Tanzenden, Identität, Freiheit und Widerstand der Pontosgriech*innen symbolisieren soll.
